Sport Klemm FS 4000VXL - Elektromodellflug Infos

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Sport Klemm FS 4000VXL

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Bau- und Flugpraxis zur FS 4000VXL von Sport Klemm ("Flying Spezial")



Bilder rechts:

  • # 1 - #  7 -> FS 4000VXL
  • # 8 - # 10 -> Antrieb
  • #11 - #14 -> Flugdaten

Geliebäugelt hatte ich schon länger auf den neuen FS 4000VXL (hier Flugbilder auf RC-N). Als sich auf Grund meines Hinweises in RC-N ein User meldete, dass ich seinen fast fertigen bei VK übernehmen könnte, habe ich sofort zugeschlagen. Das Finsh war dadurch vorgegeben, traf aber auch meinen Geschmack. Einzig, den passenden Motorspannt habe ich mir noch einharzen lassen.
Gesagt, getan, der FS 4000VXL wurde zwei Monate später bei Volker Klemm abgeholt, auch weil mir drei Dinge wichtig waren. Erstens wollte ich den Flieger nicht per Post versandt wissen, zweitens den Mann und dessen Werkstatt dahinter live kennen lernen und drittens die erste Sichtung prägend sein kann! Auch erhält man Vorort Tipps, die im Nachhinein wertvoll waren …
 
Volker stellte mir die Einzelteile ausführlich vor und wusste dazu so einiges zu erzählen. Mir wurde sofort nach der ersten Sichtung klar, hier erhalte ich was besonders. Die Bauausführung (u.a. die Oberflächen und Farbgebung) ist sowas von hochwertig und passgenau, dass man auch nach dem kritischsten Blick und herum probiererei, nie das Gefühl hat, hier könnte man besseres schaffen! Ich fragte noch leicht ironisch, … sind die Teile selektiert oder immer so … und erntete einen ungläubigen Blick vom Volker.

 
Technische Daten zur FS 4000VXL
         
  • Spannweite: 4360 mm
  • Flügelprofil: MH 32 mod.
  • Flügelfläche: 75,94 qdm
  • Flügelstreckung: 25,03
  • Rumpflänge: 1690 mm
  • Leitwerksprofil: HN 0665S/ 7,95%
  • Fluggewicht (meiner): 4500-6000 g (4950 g)
  • Flächenbelastung (meiner): 59,25- 79,00 g/qdm (65,2 g/qdm)
  • Techn. Ausrüstung
  • Motor / Getriebe / Prop: Tenshock 2240-9T/1810kv / Plettenberg 5:1 / VK 17,5x12,3 (V04-11/15)
  • Regler / BEC: Jeti Mezon 120 / 10A BEC (5,8V)
  • Akku: SLS-APL 6s-3000 mAh/45C V2
  • RX: Jeti REX 12
  • Servo-Rumpf/-Flügel: 2 x DES 587 BB MG / 6 x DES 658 BB MG
  • Telemetrie: Mezon120 / SM-GPS-Logger II mit Eigenbau TEK-Düse
  • Schwerpunkt: 90-91 mm
  • Ruderwege: siehe neueste Anleitung zum FS 4000VXL (08.05.2016)
  • Flugphasen: Speed / Normal / Thermik
        
   
Bauen       
Der FS 4000VXL ist fast fertig, da sämtliche Anlenkungen und Steckverbinder fertig eingebaut sind. Das Bauen beschränkt sich auf die Stecker-Buchsen Verbinder an den Außenflügeln, das Ablängen und verkleben der Anlenkstangen für das V-Leitwerk, das Einbringen des Antriebs im Rumpf, die V-Ltw.-Ruderanlenkungen und natürlich dem exakten Einkleben der Servorahmen im Flügel, die i.Ü., aus GFK sind und ein Gegenlager aufweisen.
Faszinierend ist die Passgenauigkeit sämtlicher Teile. Die Spaltmaße sind auf ein Minimum reduziert, verlaufen absolut parallel und Steckungen gleiten saugend und völlig spielfrei ineinander. Normal bevorzuge ich die HV-Technik. Hier habe ich verzichtet weil die lieferbaren Servos (mit Rahmen) erprobt sind und von Volker Klemm auch favorisiert werden.
Hier folgend die Bauabschnitte auf RC-N:



Flugpraxis
Es klinkt abgedroschen, aber es ist nun mal so ... wurde die FS 4000VXL exakt eingestellt (Ruderwege nach der Anltg.-Vorgabe programmiert) fliegt sie auf Anhieb das man fast baff ist und sich fragt ... das war's schon? Es waren wirklich nur Feinsttrimmungen nötig, bei mir immer getrennt nach den Flugphasen. Das Phänomen war, man war sofort mit dem FS vertraut und hatte das Gefühl ... den fliege ich schon ' zig Stunden - klasse! Natürlich folgten dann in erster Linie 'zig Erprobungsphasen aus Neugierde, weil VK fast zeitgleich, eine neue Haube (H147-04) mit erhöhter EWD (neu: 0,4°, alt: 0,2°) heraus brachte.
Nach langem hin und her hatte ich immer noch Probleme  mich zu entscheiden. Fakt ist, mit der 0,2° ist der FS 4000VXL spürbar dynamischer unterwegs, mit der 0,4° kann ich gefühlvoller Kreisen und  meine auch, dass er ausgesprochen (fast ebenso) dynamisch wird. Nicht ausprobiert wurde bisher, den SP jeweils mit anzupassen. Zur Zeit fliege ich die 0,2° mit dem SP der 0,4°, hier wäre mit Sicherheit noch Optimierungspotential. Zusätzlich wurde die H147-02 bei böigem Wind probiert und man musste die FS 4000VXL weniger auf Tiefe Trimmen als bei der 0,4°.
Kurz … ich so hin & her gerissen mit den Möglichkeiten (mir fehlt ja das Ballastieren), dass ich beide behalten werde und individuell entscheide. Die 0,2° setze ich bei bockigem Wind ein und die 0,4° (bei uns üblichen) ~3bft (leichte Böen bis 4bft) ein. Tipp dazu: Bei böigem Wind die SWP-Lage ein-zwei Millimeter nach vorn verlegen (z.B. SP: 88-89 mm) und bei Flaute den SWP-Lage wieder zurück nehmen (z.B. SP: 90-91 mm, siehe Bild #7). Als Allround fliege ich mit der H147-04 einen SP um die 90-91 mm. Damit fliegt sich die FS 4000VXL sehr neutral und ausgeprochen dynamisch! Die Einstellwerte sind zu 100% übernommen und nur minimal geändert. Lediglich die TR-Beimischung habe ich auf eine leicht exponentielle Kurve gelegt und am Endausschlag ein paar Prozent (Jeti: +10%) Zumischung erhöht. ... das war es schon mit den Korrekturen.
Flugtechnisch bringen es diese Attribute gut auf den Punkt, wie ich finde und das ohne Schönfärberei. Ein Ästhet in der Luft, der sowohl schnell und wendig sein kann, als auch gleitstark auf Strecke geht, die Energie lange umsetzt, präzise auf schnelle Ruderreaktion und gut auf die Klappenstellung reagiert, ebenso langsam (noch "leichtfüssig", kurz vor dem Abriss) geflogen werden kann. Launen kennt die FS 4000VXL nicht. Wird er noch langsamer, bis zum Abriss provoziert, wird die Runderwirkung kurz vorher schwammig; noch langsamer geflogen geht es seitlich abwärts, nicht sonderlich tief, weil er sich nach wenigen Metern schnell wieder fängt. Auch hatte ich bis dato noch keinen Segler geflogen, der sich so eng kreisen lässt um auch kleinere Thermik-Bärte optimal ausnutzen zu können... und das in beiden Kreisrichtungen völlig gleich (was ich auch anders kenne!). Die FS 4000VXL macht es einem einfach, mit dem Querruder einleiten und mit etwas "Höhe und Seite" die Kurve halten, ggf. mit dem QR den Winkel korrigieren.
Ein Beispiel von dem "Durchzug" der FS 4000VXL (Klappen auf Normal), siehe dazu das Logging #12 bei 7 Min.: Angestochen aus 185 m (mit Motor hinauf, dann Motor aus) bis ca. 90 m hinunter Speed: von 50km/h auf knapp 180km/h. Dann nicht voll das HR gezogen zum senkrechten Aufstieg mit einem Turn (SR auf voll) bei 165 m als Abschluss ... das nenne ich einen sehr guten Durchzug!
Die Flugphasenumschaltung wurde um 0,8s verzögert, so dass der FS 4000VXL bei den Geschwindigkeitsunterschieden ohne Abtauchen oder Aufbäumen in die neuen Flugphasen hineingleitet. Die Klappen zeigen voll ausgefahren eine sehr hohe Wirkung. Damit sind steile Landeanflüge kein Problem.
Farblich ist die FS 4000VXL in beiden Fluglagen gut differenzierbar, auch in großen Höhen. Nur die Silhouette kann arg klein werden wenn nach der Wende auf sich zu oder weg fliegt. Die "noch" Wohlfühlgrenzen sind bei mir bis 800 m Entfernung erreicht (s. Log-Datei #13)!
Nicht ganz so wichtig aber dennoch schön anzusehen, ist seine Flügelgeometrie, die man einfach gerne von unten betrachtet. Die geschwungene Endleiste hat was und mein Empfinden wurde von vielen bestätigt.
Der Antrieb sorgt für Steigfreuden. Man merkt, dieses Antriebskonzept ist auf hohe Effizients ausgelegt. Dazu trägt die Eigenkonstruktion des Props (17,5 x 12,3 / V04) maßgeblich mit bei! Denn die 1800 Watt Eingangsleistung garantieren senkrechtes Steigen bis zur Sichtgrenze aber das muss nicht sein, weil das Steigen kurz unter 90° (geschätzt 70° - 80°, optisch immer noch senkrecht) am Effektivsten ist (Höhengewinn). Wer dann "nur" auf 200 m steigt (und später immer bodennah bis dahin durchstartet) hat im Schnitt bis zu 12 Steigflüge in der Reserve und kommt damit auf lange Fluzeiten, auch ohne Thermik! Im Mittel genehmigt sich diese Antriebskombination um die 220 mA/h pro Steigflug (siehe Logging rechts dazu). Bitte bedenken, dieser FS 4000VXL ist mit einem 6s-3000 mAh LiPo bestückt und nicht wie üblich, mit den 2 x 3s-2400 mAh!
Eine Rechnung bestätigt dessen sehr hohe Effizienz - Formel:

Gesamtwirkungsgrad = m * g * h / Q * U
4,95kg * 10m/s*s * 170m / 0,215A * 3600s * 21,7V = 0,50 * 100% = 50%
(eine gute Antriebsauslegung beginnt ab 0,45!)

Die BEC des Mezon120 ist mit großer Reserve sämtlichen Belastungen gewachsen! Ein bewußt volles Setzen der Klappen, bei ca. 100 km/h (es war ein sehr lautes Zischen/Fauchen vernehmbar), erbrachte BEC-Stromspitzen von 4,6 Ampere. Im Normalfall fließen selten mehr als 2,5 A und die BEC-Spannung verläuft wie mit dem Linear gezogen bei 5,8 Volt. Ich bin seit Jahren überzeugter S-BEC-Flieger und sehe keine Notwendigkeit, bei dieser sehr sicheren BEC-Auslegung, einen Stützakku zu verwenden. Auch sind meine Antriebsakkus, die mit Sicherheit "gepflegtesten" Akkus ebenso der im Sender, weil dort auch die gesamte Elektronik aus nur einer LiPo-Zelle (1s) über ein integriertes S-BEC versorgt wird (und das ohne "Stützakku" ;-) )!


Resümee
Es lässt sich alles Steigern und die FS 4000VXL hat mein Flugempfinden noch einmal eines Besseren belehrt. Ein topp Flieger, dessen Flug-Bandbreite derart groß ist, dass sie am Hang genauso überzeugen sollte wie in der Ebene. Der Antrieb leistet reichlich Power und arbeitet mit sehr hoher Effizients von knapp über 50% Gesamtwirkungsgrad. Für mich ist die FS 4000VXL ein echter Zugewinn der sehr viel Flugfreude verbreitet - bravo Volker Klemm zu diesem tollen Flieger!

Wer noch mehr erfahren möchte oder an der Diskussion auf RC-N interessiert ist: Erfahrungen FS4000VXL




Stand: Juni 2016
14 Bilder
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