SLS-Magnum V2 - Elektromodellflug Infos

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SLS-Magnum V2

Akku Test > LiPo > über 30C Rating

APL MAGNUM V2 45C+ LiPo von SLS
im Hochlasttest

(800-/1000-/1800-/2200-/3000-/4000-/5000mAh)


Die "Ansage" zur SLS-MAGNUM V2 lautet: Sie ist dafür geschaffen, um für höchste Belastungsanwendungen im Profibereich und Wettbewerb die erste Wahl zu sein. Vorrangig ging es SLS darum, hier "ehrliche" Power-Akkus und keine "Phantasie-Akkus" anzubieten! Deshalb ziert die MAGNUM V2 auch kein überzogenes C-Rating!

Zum Spezifizieren bzw. Testen habe ich Serienzellen erhalten (wahrlos dem Regal entnommen)! Ein Muss mit Blick auf ein "ehrliches" Rating, wofür ich seit Jahren einstehe! Je zwei Samples der 2s-800mAh, 2s-1000mAh, 3s-1800mAh, 3s-2200mAh, 5s-3000mAh, 6s-4000mAh und 3s-5000mAh erhielt ich zum Testen.
Die Auswahl erfolgte nach "repräsentativen" Gesichtspunkten, eben "den Volumenzellen" und um ähnliche Packs zur XTRON-30C (Test hier >klick<) zu haben.

Test:
Die LiPos sind sehr gut verarbeitet. Die Stirn- und Ober-/Unterseiten schützt ein umlaufendes Kunststoff- und zusätzlich ein Alu-Metallband! Die Hochstromleitungen sind extra lang, mit Knickschutz versehen, hochflexibel und Last gerecht ausgeführt. Für die EH-Balancerbuchsen wird ein langes, hochflexibles, Silikonkabel verwendet. Ein Knickschutz ist hier nicht vorhanden. Die Akkus werden fertig konfektioniert geliefert, ja nach Kapazität mit einer Buchse des Typs BEC/XT60/XT90 Buchse. Ein Trend den ich nicht nachvollziehen kann, da man immer nur eine kleinere Anzahl von Käufern befriedigt, die "anderen" haben doppelte Arbeit. Praxisgerecht wäre, die Hochstromleitung länger zu konfektionieren damit jeder seine bevorzugten Hochstromkombis, mit in der Länge angepassten Kabeln, anlöten kann.
Da diese LiPos im C-Rating das leisten was draufsteht, überdurchschnittlich gut Verarbeitet sind und eine 100% Nutzkapazität gewährleisten zollt das einen Tribut ... ihr leicht höheres Gewicht.
SLS empfiehlt eine maximale Laderate von 4C. Das Label enthält fast alle wichtigsten Informationen bereit, nur die Laderate fehlt.

Daten: Nach der Konditionierung zeigten die acht Samples (paarig) absolut deckungsgleiche Diagramme, also keine Ausreißer. Aus Übersichtsgründen bilde ich nur ein Diagramm pro LiPo-Type ab (die "vermeintlich" schlechtere). Hier das Messergebnis der Testsamples:

  • 2s-  800mAh/45C+ -> Test-Rating: 45C

  • 2s-1000mAh/45C+ -> Test-Rating: 45C+

  • 3s-1800mAh/45C+ -> Test Rating: 45C++

  • 3s-2200mAh/45C+ -> Test-Rating: 45C

  • 3s-3000mAh/45C+ -> Test-Rating: 45C+

  • 5s-4000mAh/45C+ -> Test-Rating: 45C

  • 3s-5000mAh/45C+ -> Test-Rating: 45C+


Kurze Anmerkung zu diesem Ergebnis. Stimmigiger geht es nimmer. Obwohl prinzipbedingt, die kleineren Zellen leichter das vorgesehene C-Rating erfüllen, ist bei den Größeren kein C-Raten Einbruch zu erkennen. Im Gegenteil, SLS bemisst das C-Rating nach "ehrlichen" Gesichtspunkten, so dass man sagen kann: Hier leistet die gesamte MAGNUM V2 Serie das was draufsteht. Eine Serienstreuung ist nicht erkennbar, was auf eine sehr hohe Selektionsstufe der MAGNUM V2 schließen lässt. Das rechtfertigt auch den höheren Kaufpreis gegenüber ähnlichen Zellen mit gleichem C-Raten Aufdruck (oder sogar höherem).
Kein Pack zeigte im Hochlasttest Schwächen, im Gegenteil, sämtliche Diagramme verliefen absolut deckungsgleich. Die Testsamples
tragen zurecht den "Stempel" ihrer maximalen Stromangabe, was nach den Messungen einem Rating von 45C(+) entspräche!

Herausragend ist die Nutzkapazität bei 100% DoD
(Depth of Discharge) und deren Reserven. Es steckt das drin was draufsteht, so soll es doch sein ... oder? Die 80% DoD Regel, zum Ausnutzen der Kapazität, kann hier ohne wenn & aber angewandt werden.
Ein "Selektierungsmerkmal" ist die Zellendrift nach 99% DoD. Auch hier keinerlei Schwächen mit weniger als 0,15V/Z (bis 0,3V/Z wäre üblich) bei 3,2V/Z Lastabschaltung.
Die niedrige Hochstromerwärmung (um 50°C), die Spannungshöhe und der DC-Ri (z.B. die 3000mAh
mit einem DC-Ri von unter 3,9mOhm, das wäre für so manche 4000mAh Zelle ein klasse Wert) grenzen sich gut voneinander ab und zeigen sich schlüssig. Beispiel: Eine 2200mAh Zelle hat ca. einen doppelt so hohen DC-Ri als die 4000mAh Zelle bei gleichem C-Rating. Das Gleiche mit der 1000mAh zur 2200mA ... usw.!
Im Mittel steht eine Lastspannung von über 3,705V/Z an, was einer guten 45C Zelle entspricht. Dieses Ergebnis, bezüglich des Spannungsverlaufes, ist bisher das Beste was ich in dieser Bandbreite (800mAh bis 5000mAh) habe messen können!


Erweiterte Lastdiagramme, "repräsentativ" dafür die 5s-3000mAh/45C:

Impulslast 90Ci/Dauerlast 45Cd: SLS definiert die Impulslast (hier 90Ci) mit 1/10 Sekunde. Da ich realistischer testen möchte, durchläuft die 5s-3000mAh/45C mindestens zehn, eine Sekunde dauernde 90C (270A) Impulse bei einer Grundlast von 10C (30A). Vorgewärmt wurde bei beiden Hochlastdurchläufen nicht, um die Grenzen aufzeigen zu können. Da es Sinn macht bei extremen Lasten auch schnell zu laden, wurde der Akku jeweils mit 4C (12A bis 1/10C) geladen. Dabei erwärmte sich das Pack bis auf 25°C (Lastaufschaltung bei ca. 24°C).

Daten 90Ci: Gut erkennbar, dieser Akku zeigt hier keinerlei Schwächen in Form von zu tiefen Spannungseinbrüchen bis runter zu den kritischen 3,2V/Z. Im Gegenteil, mit 3,3V/Z sind noch ausreichend Reserven vorhanden. Auch der typisch tiefere Spannungseinbruch (bis 75 Sek., bei anfangs noch "kälterer" Zelle), fehlt hier völlig. Ein Kapazitätsverzicht ist hier Fehlanzeige, so dass kein vorzeiter Lastabbruch bei 65°C nötig war! Das nenne ich eine Punktlandung und nach diesem Ergebnis hätte sie mehr als ein Plus von 45C verdient.

Daten 45Ci: Zum besseren Verständnis noch ein reales Lastdiagramm mit der maximal möglichen Impulslast (45Ci; 135 A Impuls), nach einer 2C (6A) Ladung (Starttemperatur: 23°C).
Die Auswertekriterien: Der erste Lastimpuls sollte nicht tiefer einbrechen als die folgenden. Die Einbruchtiefe darf nicht unter 3,2 V/Z sinken. Die Temperatur muss unter 65°C bleiben.

In allen Punkten trotzt die 3000mAh/45C Zelle der gesteigerten Last und lässt keine Schwachstelle erkennen.
Die leichte Erwärmung beim Ladestart (23°C) hat hier keinen nenneswerten Einfluss, so dass auch hier ein Rating von 45C voll gerechtfertigt ist.

Daten 45Cd:
Eigentlich ein reines "Alibi-Diagramm", weil es nix anderes zeigt als das was vorher schon herausgearbeitet wurde zum C-Rating... Repräsentant für eine 45C Zelle! Bis zur Entlademarke 80% DoD sind noch Reserven, weil die Maximaltemperatur (63°C) nicht erreicht wurde. Der Lastabbruch erfolgte erst bei 2445mAh; 80% DoD entsprächen hier 2400mAh. Auch diesen Extremtest hat die MAGNUM V2 mit Bravour und einem großen Plus nach der 45C bestanden!


Resümee:
Alles zu schön um wahr zu sein, bei diesen Ergebnissen? Mit Nichten, es ist halt das Produkt monatelanger und aufwendiger Testreihen mit dem Ziel, eine wirklich gute Lithiumzelle für ein extremeres Anwendungsfeld zu schaffen... und das ist SLS gelungen!
Meine neue Referenzzelle ist im Hochlastbereich diese MAGNUM V2. Demnach erhält sie die uneingeschränkte Empfehlung für Anwender, die eben mehr benötigen als das, was eine XTRON nicht schon leistet.



Stand: Mai 2014

LiPo-Bild und fünf Diagramme
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